Die kapitalbildende Lebensversicherung lohnt sich auch heute noch

Immer wieder liest man im Internet, daß sich die kapitalbildende Lebensversicherung als Altersvorsorge nicht lohnen würde. Aber dabei wird ein wichtiges Argument vergessen.

Die Probleme bei der kapitalbildenden Lebensversicherung gelten für alle Anlageprodukte

Besonders Verbraucherzentralen werden nicht müde, daß Altersvorsorge Produkt „kapitalbildende Lebensversicherung“ zu kritisieren. Leider werden aber auch keine Alternativen dazu aufgezeigt! Wie auch, denn das Problem der privaten Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen trifft auch alle anderen Anbieter von Geldanlagen oder Altersvorsorge-Produkten.

Besonders die in den letzten Jahren sinkende Verzinsung auf das eingezahlte Kapital wird häufig kritisiert. Aber das ist doch bei allen Anlageformen auch so gewesen und liegt daran, daß die Leitzinsen von der EZB auf lächerliche 0,05% gesenkt wurde. Damit sind aber auch die Renditen auf dem Zinsmarkt auf ein Minimum gesunken. Und die in die kapitalbildende Lebensversicherung eingezahlten Beitragsgelder müssen per Gesetz zum Großteil in Anleihen investiert werden. Wer eine sichere Anlageform sucht, der muß leider mit den derzeitigem Zinsniveau leben.

Mit den Zinsen verändert sich auch die Rendite

Trotz der Niedrigstzinsen erhält man bei guten Kapitallebensversicherungen immer noch eine Gesamtverzinsung von bis zu 3,9%, was erheblich mehr ist, als man beispielsweise auf einem Festgeldkonto erhält! Darum lohnt sich die kapitalbildende Lebensversicherung auch heute noch!

Weitere Vorteile und Nachteile der kapitalbildenden Lebensversicherungen

Man darf auch nicht vergessen, welche Vorteile die Kapitallebensversicherung als Altersvorsorge hat. Wer Geld auf eine Sparkonto oder Festgeldkonto einzahlt, der kann schnell der Versuchung erlegen, das Geld abzuheben und auszugeben. Nach dem Motto: „ich geb das Geld jetzt lieber aus, sparen fürs Alter kann ich später noch!“ wird die private Altersvorsorge nach hinten Verschoben.

Wenn man in eine kapitalbildende Lebensversicherung einzahlt, dann hat man einen verpflichtenden Zahlplan. Aufschieben der Altersvorsorge ist dann nicht mehr. Wer immer nur die Produkte der Anbieter wegen Kosten und Rendite kritisiert vergisst dabei, daß man auf jeden Fall etwas für die private Altersvorsorge machen muß, denn die gesetzliche Rente reicht nicht aus! Und eine Rendite von über 3% auf eingezahlte Gelder ist besser als Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto mit 1% Zinsen liegen zu lassen, auf die man dann auch noch die Kapitalertragssteuer zahlen muß.

Ein weiterer Vorteil der kapitalbildenden Lebensversicherung, der gerne übersehen wird, ist die bevorzugte steuerliche Behandlung. Dabei wird lediglich eine hälftige Besteuerung der Auszahlung einer Kapitallebensversicherung im Erlebensfall vorgenommen, wenn die Auszahlung der Leistungen nach einer Laufzeit von 12 Jahren und nach Vollendung des 62. Lebensjahres erfolgen. Bei anderen Einkünften aus Altersvorsorge Produkten gibt es solche Steuervorteile nicht.

Man muß die Laufzeit durchhalten

Diese lange Laufzeit der Kapitallebensversicherung kann natürlich auch ein Nachteil sein. Denn wie oben beschrieben kommt man nicht so einfach an das Geld. Aber in Notlagen kann man die kapitalbildende Lebensversicherung beitragsfrei stellen oder ein Policendarlehen aufnehmen. Eine Kündigung macht wegen der Vertriebskosten meist weniger Sinn.

Apropos Vertriebskosten, die ja auch immer wieder kritisiert werden. Hier ist Kritik leider etwas gerechtfertigt, denn manche Versicherer haben wirklich hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten, was die Rendite senkt. Deshalb empfiehlt es sich ja auch, einen Vergleich der Kapitallebensversicherungen vor dem Abschluß vorzunehmen. Aber die besten kapitalbildenden Versicherungen erzielen eben trotzdem eine gute Rendite, die weit über dem Marktzins liegt. Und wenn die Marktzinsen wieder steigen, dann werden die Lebensversicherungen ganz sicher auch die Verzinsung der Kundengelder erhöhen, denn der Konkurrenzdruck wird dies erfordern.

Außerdem gibt es bei den meisten anderen Altersvorsorge Produkten auch Vertriebs- und Verwaltungskosten. Oder auch festgelegte Anlagezeiträume, bei deren nicht einhalten hohe Abschläge drohen. Eine Kritik sollte also auch immer die Alternativen Berücksichtigen!

Fazit: die kapitalbildende Lebensversicherung hat mehr Vorteile als Nachteile. Wer sich nicht selbst um eine Geldanlage kümmern möchte und lieber monatlich für seine Altersvorsorge etwas zurücklegen möchte, der ist mit der Kapitallebensversicherung gut bedient. Eine überdurchschnittliche Gesamtverzinsung, hohe Sicherheit und bevorzugte steuerliche Behandlung sind die Vorteile. Die Nachteile der kapitalbildenden Lebensversicherung sind, daß man die Anbieter hinsichtlich der Kosten gut auswählen muß und die Altersvorsorge über Jahre durchziehen sollte weil man auf die eingezahlten Gelder nicht zugreifen kann. Aber das ist eben auch der Zweck der langfristigen Altersvorsorge!

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